
Wenn du von außerhalb der EU kommst und in Europa studieren willst, brauchst du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Sperrkonto, bevor du überhaupt das Studentenvisum beantragen kannst. Nicht jedes Land verlangt eines – und die Beträge unterscheiden sich deutlich. Hier steht, was du wissen musst.
Was ist ein Sperrkonto?
Ein Sperrkonto ist ein besonderes Bankkonto, mit dem du nachweist, dass du deinen Lebensunterhalt während des Studiums im Ausland bestreiten kannst. Du zahlst einen festgelegten Betrag im Voraus ein, und nach deiner Ankunft im Land gibt das Konto jeden Monat einen festen Teil davon frei. Alles auf einmal abheben kannst du nicht – daher der Name. Viele europäische Länder verlangen das im Rahmen des Studentenvisums, damit du während des Studiums nicht in finanzielle Not gerätst.
Länder mit Sperrkonto-Pflicht
In diesen Ländern müssen Studierende von außerhalb der EU ein Sperrkonto als Finanzierungsnachweis für das Studentenvisum vorlegen.
🇩🇪 Deutschland — ca. 11.208 € pro Jahr
🇦🇹 Österreich — ca. 11.640 € pro Jahr
🇳🇱 Niederlande — ca. 12.167 € pro Jahr
🇩🇰 Dänemark — ca. 6.397 € pro Jahr
🇫🇮 Finnland — ca. 6.720 € pro Jahr
🇫🇷 Frankreich — ca. 7.380 € pro Jahr
🇧🇪 Belgien — ca. 8.100 € pro Jahr
(Stand 2024)
Länder ohne Sperrkonto-Pflicht
Diese Länder verlangen kein Sperrkonto. Ausreichende finanzielle Mittel kannst du dort mit anderen Unterlagen belegen – etwa Kontoauszügen, einer Verpflichtungserklärung oder einem Stipendiennachweis.
🇪🇸 Spanien — andere Finanzierungsnachweise werden akzeptiert
🇮🇹 Italien — andere Finanzierungsnachweise werden akzeptiert
🇨🇿 Tschechien — andere Finanzierungsnachweise werden akzeptiert
🇵🇱 Polen — andere Finanzierungsnachweise werden akzeptiert
Länder mit Sonderregelungen
🇸🇪 Schweden — grundsätzlich kein Sperrkonto nötig, je nach Einzelfall kann aber ein Nachweis ausreichender Mittel verlangt werden.
🇮🇪 Irland — grundsätzlich kein Sperrkonto nötig, ein Nachweis ausreichender Mittel kann aber im Einzelfall verlangt werden.
Wie funktioniert ein Sperrkonto in der Praxis?
Sobald das Sperrkonto eingerichtet ist, hält die Bank den vollen Betrag zurück und zahlt dir nach deiner Ankunft im Land jeden Monat eine feste Summe aus. In Deutschland sind das etwa 934 € im Monat – der derzeit von den Behörden festgelegte Mindestbetrag. Das Konto belegt, dass du für dich selbst aufkommen kannst, ohne auf öffentliche Mittel angewiesen zu sein oder übermäßig viel arbeiten zu müssen.
In der Regel musst du das Konto vor deinem Visumtermin eröffnen, denn die Bestätigung der Bank gehört zu den Antragsunterlagen.
